Geschäftsbericht 2018
Geschäftsbericht 2020

Allgemeine Informationen

Generaldirektor Dr. Heinrich Schaller

Im Umgang mit der Corona-Krise zeigten sich die Stärken von Raiffeisen Oberösterreich

„Die Stärken von Raiffeisen OÖ – Kundennähe in Kombination mit hoher Beratungsqualität und fachlichem Know-how sowie unser breites Netzwerk – wurden in der Krise besonders augenscheinlich. Das unterstreicht auch eine aktuelle Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG, aus der Raiffeisen österreichweit als bester und beliebtester Finanzdienstleister hervorgeht.“

Vorwort Generaldirektor Dr. Heinrich Schaller

Die Bewältigung der Corona-Krise bedeutet nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für Unternehmen, Institutionen und politische Entscheidungsträger eine große Kraftanstrengung. Die damit verbundenen Maßnahmen zu deren Eindämmung haben im Jahr 2020 unser Wirtschaftssystem vor ungeahnte Herausforderungen gestellt. In einer derart schwierigen wirtschaftlichen Phase tragen Banken eine besondere Verantwortung. Die Aufgabe der Raiffeisenlandesbank OÖ war und ist es, dazu beizutragen, dass unsere Kundinnen und Kunden – vom Privatkunden in Kurzarbeit bis zum global agierenden Industrieunternehmen – diese Situation möglichst gut bewältigen können. Wir als Bank fungierten als wichtige Drehscheibe bei der Umsetzung der umfassenden Maßnahmenpakete, die von der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer und anderen öffentlichen Stellen geschnürt wurden, um die schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft abzufedern.
 

Raiffeisen zeichnet sich laut Studie in der Krise mit besonderer Kompetenz aus

Wir haben in der Raiffeisenbankengruppe OÖ im Jahr 2020 im Kontext von COVID-19 mehr als 13.400 Kreditstundungen abgewickelt, 60 % davon betreffen Privatkundinnen und -kunden. Das Stundungsvolumen beträgt mehr als EUR 115 Mio. Außerdem haben wir mehr als 2.600 Anträge für Überbrückungshilfen staatlicher Förderstellen wie AWS, ÖHT oder OeKB in Bearbeitung bzw. bereits abgewickelt, was einem Volumen von mehr als EUR 1,25 Mrd. entspricht. Damit sind wir in Oberösterreich die klare Nummer 1. Die Stärken von Raiffeisen OÖ – Kundennähe in Kombination mit hoher Beratungsqualität und fachlichem Know-how sowie unser breites Netzwerk – wurden in der Krise besonders augenscheinlich. Das unterstreicht auch eine aktuelle Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG, aus der Raiffeisen österreichweit als bester und beliebtester Finanzdienstleister hervorgeht. Der „Customer Experience Report 2020“ hat die Erfahrungen der Konsumenten mit einzelnen Marken bzw. Unternehmen im Frühjahr 2020 unter die Lupe genommen und damit das durch die COVID-19-Pandemie veränderte Kundenerlebnis untersucht. Dazu wurden 2.200 Konsumenten in Österreich befragt, mehr als 20.000 Rückmeldungen fließen in das Ranking ein. Den Umfrageteilnehmern zufolge hat Raiffeisen besonders schnell und richtig auf die COVID-19-Pandemie reagiert. Konkret wird nicht nur auf die rasche, unbürokratische Hilfe bei Stundungen und Förderungen Bezug genommen, sondern auch der Zahlungsverkehr und digitale Services wurden besonders positiv bewertet.
 

Starke Zuwächse bei Investitionsfinanzierungen

Im Jahr 2020 hat die Raiffeisenlandesbank OÖ nicht nur das Vertrauen und die Beziehungen zu den Kundinnen und Kunden stärken können. Der vorliegende Geschäftsbericht zeigt, dass auch ein sehr gutes operatives Ergebnis erzielt wurde. Vor allem bei den Finanzierungen ergibt sich 2020 ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr: Mit einer Steigerung beim Finanzierungsvolumen (Forderungen an Kunden) von +5,5 % auf insgesamt EUR 24,7 Mrd. verzeichnete der Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ Zuwächse im operativen Kreditgeschäft. Ein Plus von 6,9 % bei Investitionsfinanzierungen zeigt, dass unsere Kundinnen und Kunden auch in Krisenzeiten mutig agieren und den Blick in die Zukunft richten.
 

Starke Kernkapitalausstattung als wichtiger Stabilitätsfaktor

Auch wenn in vielen Branchen der Betrieb wieder voll angelaufen ist, sind die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, auch nach mehr als einem Jahr Pandemie, noch nicht in vollem Maße abschätzbar. Umso wichtiger ist für die Raiffeisenlandesbank OÖ eine stabile, starke Kernkapitalausstattung. Sie stellt eine wertvolle Basis und ein zentrales Fundament dar, um Kundinnen und Kunden auch in Zukunft bei ihren Projekten und Vorhaben als stabiler Bankpartner begleiten zu können und Investitionen zu ermöglichen. Die harte Kernkapitalquote (CET 1 Ratio) befindet sich Ende 2020 im Konzern (Kreditinstitutsgruppe) mit 15,53 % trotz COVID-19-bedingter Bewertungen und eines gestiegenen Finanzierungsvolumens auf einem sehr hohen Niveau. Die Konzernbilanzsumme, die per 31. Dezember 2020 bei EUR 48,6 Mrd. liegt, ist gegenüber dem Vorjahr um +9,5 % gewachsen.
 

Betriebsergebnis um 19,4 % auf EUR 361,5 Mio. gesteigert

Während das erste Halbjahr 2020 im Zeichen von Corona-bedingten Marktturbulenzen, notwendigen Risikovorsorgen und Abwertungen im Bereich der at equity bilanzierten Unternehmen stand, kam es im zweiten Halbjahr 2020 zu gegenläufigen Marktwert-Effekten und damit auch zu äußerst positiven Kursentwicklungen, insbesondere bei der voestalpine. So konnte in Kombination mit den guten operativen Ergebnissen im Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ ein positiver Jahresüberschuss vor Steuern i. H. v. EUR 181,8 Mio. für das Gesamtjahr 2020 erzielt werden. Das Betriebsergebnis liegt bei EUR 361,5 Mio., das entspricht einer Steigerung um 19,4 % gegenüber dem Vorjahr.


Nachhaltige Weiterentwicklung

Anpassung und Weiterentwicklung sind zwei entscheidende Faktoren im Umgang mit der Corona-Pandemie. Lockdowns, Reise- und Kontaktbeschränkungen haben uns und viele andere Unternehmen dazu gezwungen, den täglichen Betrieb und die Zusammenarbeit mit Kunden und Kollegen völlig neu zu gestalten. Für die Raiffeisenlandesbank OÖ hatte dies einen enormen Anschub der Digitalisierung zur Folge. Das betrifft nicht nur die Arbeit im Home-Office oder Teammeetings via Videokonferenzen, sondern auch Kundengespräche oder digitalisierte Prozesse beim Abschluss von Rechtsgeschäften. Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie agil und rasch sich die Raiffeisenlandesbank OÖ auf neue Situationen einstellen kann. Ein Digitalisierungsschub ist aber auch im Kundenverhalten spürbar: Kontaktloses Bezahlen am Point of Sale mit Karte oder Handy nutzen heute vier von fünf unserer Kundinnen und Kunden. Speziell das Smartphone nimmt eine immer zentralere Rolle beim Erledigen von Bankgeschäften ein, nicht nur bei der jüngeren Generation. Wir legen deshalb den Fokus auf die permanente Weiterentwicklung unserer digitalen Innovationen und Angebote.

Zentrale Pflöcke für die Zukunft eingeschlagen

Auch strukturell und organisatorisch ist eine permanente Weiterentwicklung unumgänglich. Wir tun dies auf Basis zahlreicher interner Projekte und Initiativen, mit denen zukunftsorientierte Strategien geplant und effizient umgesetzt werden. Bereits seit 2019 intensivieren wir mit dem Projekt „Raiffeisenbankengruppe OÖ 2025 – Vom Kunden her denken!“ die Vernetzung im oberösterreichischen Raiffeisensektor. Dabei stellen wir den Kunden in den Mittelpunkt all unserer Überlegungen und knüpfen damit auch an das Strategieprojekt LEAD‘25 an. Mit dem Projekt RBG OÖ 2025 werden aktuell zentrale Pflöcke für eine erfolgreiche Zukunft eingeschlagen. Damit werden wir viele Veränderungen und Weiterentwicklungen anstoßen. Wesentlich ist, dass wir unseren Kundinnen und Kunden durch unser regionales, nachhaltiges Netzwerk Zeit und Geld sparen können.

Die Aufgabe der Raiffeisenlandesbank OÖ wird auch in den kommenden Monaten sein, für Stabilität zu sorgen, für unsere Kunden da zu sein und sie bei ihren Vorhaben eng zu begleiten. Mit Mut, Offenheit und dem großen Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden wird es uns auch in Zukunft gelingen, die starke Marktposition der Raiffeisenlandesbank OÖ weiter auszubauen.